H0 Gartenbahn — aber wie?

Trassenfundament

voriger Teil: Planung

An fängt die ganze Geschichte bei der Garten-Eisenbahn ja schon damit, ob man sich grundsätzlich eher in Hochlage — „elevated track“ — bewegt (was tendenziell einer Modulanlage im Freien ähnelt, auch wenn’s keine Module sind) oder sich auf die Fahrt durch’s gegebene Gelände auf „ground level“ einlässt (wobei die Anlage kein Fremdkörper in der Topographie und Flora des Gartens ist, sondern Teil derselben). In Hochlage kann man eher auf etablierte Methoden des indoor-Anlagenbaus zurückgreifen — insbesondere auf die Verwendung von Holz. Auf „ground level“ ist Holz hingegen grundsätzlich kein empfehlenswertes Baumaterial und werden generell eher mineralische Baustoffe eingesetzt: Beton, Mörtel ...

Der fabelhafte Trevor Jones hat folgenden Schematismus bewährter Trassierungsmethoden entwickelt:

Gartenbahn-Standard in „Hochlage“

Dabei wird der Basislevel der Anlage auf einem Trassenbrett gehalten, das auf Pflöcken (allenfalls auch auf an Zäunen angebrachten Winkeln o.dgl.) befestigt wird. Idealtypisch also folgendermaßen:

Holzkonstruktion in Hochlage
Im Gartenbahn-Bereich etablierte Methode.

Bei dieser Konstruktion geht es vor allem darum, aus relativ einfach zu bearbeitendem Holz etwas zu bauen, das stabil ist, worauf sich Gleise, Weichen, Antriebe, Schotterung, Signale usw. gut befestigen lassen und das nicht im Schlamm oder Wasser liegt, wodurch das Holz in Kürze verrotten würde. Ohne Bodenberührung kann geeignetes Holz mit geeigneter Oberflächenbehandlung sehr lange sehr gut halten.

Die allgegenwärtige Dachpappe dient als zusätzlicher Wetterschutz für das Holz und als Haftgrund für die Gleisverlegung und Schotterung.

Ein weiteres Motiv für die Hochlage kann die körperliche Konstitution sein: Wem es schwer fällt oder irgendwann in doch absehbarer Zukunft schwer fallen könnte, bei Bau, Instandhaltung und Betrieb der Anlage ständig knien und sich bücken zu müssen, der wird sich vielleicht schon deshalb für eine Trasse in größerer Höhe entscheiden.

Schließlich gibt es noch diejenigen, denen es weniger auf die Eisenbahngärtelei ankommt, sondern die einfach nur drinnen zu wenig Platz haben und die „indoor“-Anlage — nunja: „outdoors“ aufbauen wollen.

Auch auf diesem Gebiet gibt es einige sehr lauschige Beispiele für „immer am Zaun lang-Anlagen“, die etwa den „immer an der Wand lang-Anlagen“ inwärts entsprechen:

(HO Scale) — 5 Year Anniversary Run - SP Daylight 12 Car Train

Gartenbahn auf „ground level“

Die Idealkonstruktion: Beton

Diese ist deshalb ideal, weil sie dem „ground level“ am nächsten kommt und sicher die solideste und dauerhafteste Konstruktion darstellt — vor allem, weil sie ohne jegliches Holz auskommt. Und auch die sonst gebräuchliche Dachpappe als „Haftgrund“ für die Schotterung wird verzichtbar: Stattdessen hat der fabelhafte Trevor Jones eine Mixtur entwickelt, die er als „Gummibeton“ („rubbercrete“) bezeichnet.

Ideale Trassenkonstruktion: Beton
mit einer Deckschicht aus Gummigranulat („Rubbercrete“) — nach Trevor Jones

„Rubbercrete“: Untergrund für das Gleisbett

Trevor Jones’ Recipe

Übersetzt aus der Antwort auf einen Beitrag in Model Rail:

„Gummibeton“ („rubbercrete“) wurde — zumindest als Modelleisenbahn-Fundierung — von Model Rail-Autor Trevor Jones „erfunden“ und in der Ausgabe Herbst 1998 beschrieben. Im Prinzip ist es eine feine Betonmixtur, die Kork und Gummigranulat statt Sand und Kieselsteinen enthält. Ein Bindemittel namens SBR [1] wird mit Wasser vermischt — das ist die teuerste Zutat. Das Korkgranulat kommt in großen Säcken feinen Modellbahn-Ballasts, das Gummigranulat kommt aus der Verwertung von gebrauchten Autoreifen. Das ist die am schwierigsten zu beschaffende Zutat — das Granulat, das ich von „Rushden Granulating“ bekommen konnte, ist für Größe „O“ ok aber für „OO“ eher auf der großen Seite. Es geht darum, in erreichbarer Umgebung ein Unternehmen für das Recycling von Autoreifen zu finden — dieses Granulat wird für die Herstellung von Oberflächen für Spielplätze verwendet.

Trevor bringt den „Gummibeton“ als Estrich von ca. 2 cm auf dem Betonfundament auf, das er als durchgehende Fundierung seiner Bahn baut. Meine Bahn in Größe „O“ ist aus Kunststein-Begrenzungsblöcken mit einem „Gummibeton“-Estrich obenauf gebaut. Das sorgt für eine sehr gute Oberfläche, welche die Nägel zur Gleisbefestigung einfach aufnimmt und die gut planiert werden kann, um Unebenheiten auszugleichen.

Hier das Rezept:

  • 2 Teile (nach Volumen) Gummigranulat
  • je 2 Teile feines, mittleres und grobkörniges Korkgranulat
  • 4 Teile Zement
  • 3 Teile einer (je 50%) Wasser-SBR-Mischung

Das SBR gibt dem Gemisch eine bläuliche Farbe, die aber verschwindet sobald es trocknet. Der Wasseranteil ist entscheidend und sollte nicht zu groß sein, da in diesem Fall im Zuge des Trocknens Risse auftreten können.

Iains Recipe

Übersetzt aus einem Beitrag im OO Garden Railways Forum:

In Beantwortung einer Anfrage per PM betreffend das „Gummibeton“-Rezept: Hier ist es. Dies ist das Originale Trevor Jones-Rezept, von dem ich ganz geringfügig abweiche (was ihr bemerken werdet, wenn ihr den gesamten Thread lest).

Ich werde Volumen in „Teilen“ angeben. Ich habe eine kleine Pudding-Schale als Maß für 1 Teil verwendet — die Art von Gebinden, in denen Mikrowellen-Biskuits oder Plumpudding daherkommen. Der Artikel mit allen Informationen befindet sich im Model Rail Magazine Herbst 1998, falls ihr davon ein Heft finden könnt.

  • 2 Teile Gummigranulat
  • 6 Teile Korkgranulat — je 2 Teile feines, mittleres und grobkörniges
  • 4 Teile Zement
  • 3 Teile Wasser und 1 Teil SBR/Kleber miteinander vermischt

Trevor Jones empfiehlt:

Ein mittelgroßer Yoghurtbecher sollte ungefähr die richtige Menge für einen Abschnitt von ca. 180 cm x 10 cm enthalten.

Das basiert auf einer Dicke des Estrichs von ca. 1-2 cm.

Zuerst alle trockenen Komponenten vermischen und erst dann die Flüssigkeit zugeben. Ich habe Flüssigkeit oder trockenes Material beigemengt, um die Konsistenz so anzupassen, dass ich gut damit arbeiten konnte — ich habe es aber vermieden, es zu wässrig zu machen, sodass es beim Trocknen nicht schrumpft und bricht. Wenn es vollständig getrocknet ist kann die Oberfläche (wenn nötig) mit einer Raspel geebnet und dann mit einem Brei unter Verwendung eines alten Pinsels versiegelt werden. Der Brei ist wieder eine Mixtur aus Wasser, Zement und SBR/Kleber. Falls einige Brüche im „Gummibeton“ vorhanden sind kann dem Brei einiges vom feinsten Korkgranulat beigemengt werden. Trevor Jones empfiehlt auch, zwecks Farbgebung schwarzen Mörtel hinzuzufügen. Leider gibt es keine genauen Mengenangaben für diesen Brei — es war eine Angelegenheit von Versuch und Irrtum!

Und so sieht das Ergebnis aus:

[Es geht um einen schmaler Abschnitt des Gleisbettes, der für eine eingleisige Strecke in Baugröße O oder G ausreichend wäre, aber nicht breit genug für eine doppelgleisige Strecke in OO.] Also ist das die Baustelle für heute. Ich habe vorher einiges von der Erde und den Pflanzen hinter dem Gleisbett an dieser Stelle ausgegraben und in die leere Stelle etwas Beton gegossen. Jetzt musste ich nur noch den „Gummibeton“ darauf aufbringen. Nach weiterer Untersuchung beschloss ich, auch noch etwas mehr Erde auszuheben, um die Kurven an diesem Ende der Strecke noch etwas entschärfen zu können. Hier unten einige Fotos davon, was ich gemacht habe.

Die Bilder 1 und 2 zeigen die verschiedenen Ingredienzien des „Gummibeton“-Gemischs. Bild 1 zeigt das Gummigranulat. Bild 2 zeigt links die 50/50 Wasser/Bindemittel-Mixtur und rechts ist der Zementstaub dem Gummigranulat beigemengt. Alle diese Komponenten werden zu einer leicht flüssigen Konsistenz vermischt bevor ich sie zur Baustelle bringe.

Bild 3 zeigt die Baustelle, mit dem vorher gegossenen Beton und der zusätzlichen Grabung daneben. Der „Gummibeton“ wurde in den leeren Graben eingebracht und mit einem angefeuchteten Reibebrett geglättet.

Die fertige Arbeit sieht man auf Bild 4. Die ganze Angelegenheit wurde mit einer Folie abgedeckt, um die Trocknung/Aushärtung zu erleichtern. Abhängig davon, als wie weich sich das herausstellt, werde ich eventuell dem Brei aus Wasser, Zement und Kleber/Bindemittel, der noch aufgebracht werden soll, um die Oberfläche zu versiegeln, einiges an sehr feinem Korkgranulat beifügen.

Handelsware

Gummigranulat-Bodenbeschichtungen sind grundsätzlich auch als Handelswaren erhältlich, allerdings nicht notwendiger Weise im nächsten Baumarkt. Es gibt dafür unterschiedliche, markenspezifische Bezeichnungen und auch unterschiedliche Ausführungen. Grosso modo handelt es sich um das Zeug, mit dem Ballspielplätze, Swimming-Pool-Ränder und derlei beschichtet werden.

Also etwas in dieser Art:

Das gibt’s dann auch in so ziemlich allen RAL-Farben:

Einige mögliche Bezugsquellen sind hier angeführt.

Alternative Konstruktion mit Holz

Da es für die Holzkonstruktion ja genügt, den direkten Bodenkontakt zu vermeiden kann die „Hochlage“ auch sehr niedrig ausfallen. So ist es möglich, eine niedrige Trasse aus Holz zu bauen:

Alternative Trassenkonstruktion mit Holz
nach Trevor Jones

... und je nach Gegebenheiten des Geländes an deren Seiten z.B. Steine oder sonstiges, naturnahes Deko-Material zu drapieren, um die „Hochlage“ zu kaschieren bzw. die Trasse visuell dem „ground level“ näher zu bringen:

Baimor Line
Originalfoto: Baimor, hier

Und hier nochmals in Verbindung mit einem den realen, praktischen Erfordernissen entsprechenden Kunstbau:

Baimor Line
Originalfoto: Baimor, hier

Hier fügt sich die „niedrige Hochlage“ an der Böschung auch sehr gut in die Gartenlandschaft:

Oak Garden
Originalfoto: Mike (scoobyra), hier

Und hier noch eine sehr schöne „keep it simple“-Variante in rauher Landschaft:

Dorking Garden Railway
Originalfoto: Andrew, hier

... wobei Andrew auch den direkten Holz-Erde-Kontakt nicht scheut:

Dorking Garden Railway
Originalfoto: Andrew, hier

Alternative Konstruktion mit Porenbetonplatten

Das ist eine holzfreie, flache Variante, die sich für halbwegs flaches und stabiles Terrain eignet.

Alternative Betonkonstruktion
nach Trevor Jones — wobei auch hier die Dachpappe durch eine „Rubbercrete“-Deckschicht ersetzbar sein müsste.

Weitere alternative Konstruktion mit Porenbetonblöcken

Die obige Trassierung besteht aus mehreren Schichten, die alle ihre Funktion zur Ebnung und Stabilisierung des Untergrundes, zur Herstellung einer für die Gleisverlegung günstigen Oberfläche und für die feuchtigkeits- und temperaturbeständige Verbindung der Elemente haben. Es werden aber auch Porenbeton-Blöcke einfach in „Künetten“ gesetzt. Darauf kann dann wieder sei’s Dachpappe sei’s eine Schicht Gummibeton als Grundlage für die Gleisverlegung und Schotterung aufgebracht werden. Möglicher Weise wäre aber auch die nachfolgend geschilderte „feste Fahrbahn“-Methode auf so einem Porenbeton-Block besser anwendbar als direkt auf dem natürlichen Untergrund.

Thermalite-blocks
Originalfoto: Chris, hier

Wieder andere nehmen statt Porenbeton-Blöcken ganz einfach Ziegel. Bei Richykay kommen darauf — direkt festgeschraubt — die Gleise und ferrdisch!

Trasse, minimalistisch
Verschraubung auf Ziegeln (mit Beilagscheiben)
Originalfoto: Richykay, hier

Methode Brno: Massiver Einsatz von Beton

Eine überaus professionelle Bauweise haben diese Leute aus Brno entwickelt. Die bieten sie auch als Dienstleistung an. Da sind Kabelkanäle, Mulden und Abdeckungen für Weichenantriebe usw. und ein Teil der Landschaft schon mitbetoniert. Bei ihrem Referenzprojekt haben sie, wie sie auf ihrer Website schreiben, zwei Tonnen Beton und eine Viertel Tonne Kies verbaut. Na bumm!, wie wir in Österreich sagen:

Andererseits kann man sich ja vielleicht das Eine oder Andere für den Eigenbau abschauen. Vielleicht die Formgebung des Bahndammes, die das Abfließen von Wasser begünstigen sollte? Oder die Mulden für die Weichen-Servos?

Das ist vielleich die geeignete Stelle, um sich ein bißchen damit zu beschäftigen, wie umweltverträglich die ganze Veranstaltung ist oder sein sollte. Naja: Von der gesamten Modelleisenbahn muss man wohl sagen, dass sie aus einer ziemlich großen Menge an unterschiedlichsten Materialien, sehr viel Kunststoff, sehr viel Chemie (Klebstoffe, Farben ...) und bei der Gartenbahn halt je nach Bauweise auch einer gewissen Menge an Beton besteht. Zu rechtfertigen ist das wohl nur dadurch, dass das Gebaute im günstigsten Fall doch für einige Jahrzehnte genutzt wird und jemandem Freude bereitet und dadurch, dass ein mehr oder weniger großer Teil (Fahrzeuge, Bauwerke ...) auch danach nicht weggeworfen werden muss sondern weiterverwendet werden kann. Das oben beschriebene „Rubbercrete“ ist im Falle des „Rückbaus“ der Gartenanlage mit Sicherheit Kunststoff-Sondermüll, der nur irgendwie „thermisch“ zu entsorgen sein wird. Andererseits ist es mengenmäßig auch bei einer sehr ausgedehnten Gartenbahn ein Klacks verglichen mit den Tennis- und sonstigen Plätzen, die normalerweise mit derartigem Gummibelag versehen sind. Ähnliches gilt — außer bei der „Methode Brno“ — auch für den Beton im Vergleich — sagenwirmal — zu Garagen und deren Zufahrten. Mir geht’s hier aber nicht hauptsächlich um Rechtfertigung, sondern darum, dass man sich mit dem Thema auch beschäftigen und es mit dem Materialeinsatz vielleicht nicht übertreiben sollte. Zumal es gerade bei der Gartenbahn ja auch um die Freude an der „Natur“ geht sollte man diese ja nicht gerade nach Kräften zerstören.

Weniger elaborierte Konstruktionen

Matt Kinnard jenseits des großen Teiches fackelt auch nicht lange herum, sondern betoniert auf findige Weise eine „feste Fahrbahn“, indem er

  • schnellbindenden Zement entlang der Trasse ausstreut,
  • darauf im trockenen Zustand die Gleise legt,
  • darüber nochmals Schnellbinder streut,
  • diesen mit einem Pinsel zurechtpinselt (das ähnelt alles sehr den gewöhnlichen Schotterungsarbeiten)
  • und sodann das Gleis-Zement-Arrangement mit Wasser besprüht.

Im Ergebnis sieht es auch ein bisschen aus wie großzügig geschottert und: Es scheint grundsätzlich recht gut zu halten. Nach dem Winter dürfte allerdings ziemlich fix mit Frostaufbrüchen zu rechnen sein. Das mach Matt aber garnix: Es streut ein bisschen Schnellbinder auf die schadhaften Stellen, sprüht Wasser d’rauf und es sieht aus als wär’ nix gewesen:

Ganz ähnlich macht’s Roy:

  • Er nimmt einen Sack Gleisschotter:
    Schotterung: zementiert
    Originalfoto: Roy, hier
  • ... und einen Sack schnellbindenden Zements:
    Schotterung: zementiert
    Originalfoto: Roy, hier
  • ... schüttelt beides in einem Marmeladeglas gut durcheinander:
    Schotterung: zementiert
    Originalfoto: Roy, hier
  • ... drapiert das Pulver mit einem Pinsel passend und beträufelt es mit einer Wasser-Klebstoffmixtur:
    Schotterung: zementiert
    Originalfoto: Roy, hier

    Die Flüssgkeit wird schnell aufgenommen und das Beträufeln muss einige Male wiederholt werden, damit die Angelegenheit am Ende Festigkeit gewinnt. Hier ein Foto nach dem zweiten Durchgang:

    Schotterung: zementiert
    Originalfoto: Roy, hier

Und auch bei Peter Publisher, wie’s scheint in Pennsylvania, geht’s engineering-mäßig rauh aber herzlich zu:

Beinahe überflüssig zu sagen, dass alle geschilderten und wahrscheinlich noch einige weitere Methoden einander nicht ausschließen und je nach Gegebenheiten des Terrains, des Klimas, der Flora und Fauna usw. kombinierbar sind. Weil: „erlaubt“ ist allweil, was gefällt und funktioniert.

Da hat einer schon vor 17 Jahren ziemlich konsequent den ganzen Garten mit einem Methodenmix zur Modelleisenbahnanlage umgebaut:

Schotterung

Bei der oben beschriebenen „feste Fahrbahn“-Methode wird man vielleicht keine zusätzliche Schotterung brauchen oder wollen. Verlegt man die Gleise auf einer rubbercrete-Schicht, direkt auf Beton oder Ziegeln oder auf einer Unterlage aus Dachpappe, dann wird man aus ästhetischen Gründen eher eine Schotterung wollen. Wie auch bei indoor-Anlagen kann diese auch zusätzlich zur Fixierung der Gleise am Untergrund beitragen.

Grundsätzlich bedienen sich die wackeren britischen OO-Gartenbahner der selben Techniken wie die indoor-Kollegen, die Materialien können aber durchaus speziell sein:

  1. Der erste Schritt ist demnach das Drapieren des Schotters entlang der Gleise mit Löffel, Pinsel oder einer Schotterhilfe. Als Schotter sollte mineralisches, nicht poröses Material verwendet werden (also echte Steine, nicht Kork oder Kunststoff).
  2. Manche sprühen dann den Schotter mit Isopropanol ein, was den nachfolgenden Schritt begünstigen soll.
  3. Dann wird der Schotter mittels z.B. einer Pipette mit geeigneter Klebeflüssigkeit beträufelt. Diese besteht aus einem mit Wasser verdünnten Klebstoff und einem Tropfen Spülmittel (um die Oberflächenspannung des Wassers zu reduzieren). An Klebstoffen werden verwendet:
    1. Was die Briten als „SBR“ bezeichnen: Das wäre im hiesigen Baustoffhandel wieder Montagekleber oder Gummikleber oder Zementzusatz wie schon beim „rubbercrete“ — nur muss er diesmal so verdünnt werden, dass er auf das Schotterbett geträufelt werden und in dieses gründlich eindringen kann. Also wird er außer temperatur- und frostbeständig jedenfalls auch wasserlöslich sein müssen.
    2. Was die Briten als „PVA“ bezeichnen: Polyvinylacetat, Weißleim, Holzleim. Das ist der gleiche Stoff, mit dem auch die indoor-Kollegen arbeiten — allerdings gibt’s auch hier Varianten, die für die Verwendung im Außenbereich vorgesehen sind.
    3. Eine Originelle Zutat ist Parkettbodenpolitur (oder doch eher -versiegelungslack?) — hält angeblich auch ganz gut und ist einfach zu verarbeiten.

Eventuell muss das Beträufeln mit der Klebeflüssigkeit wiederholt werden: Es kömmt darauf an, dass diese das gesamte Schotterbett gründlich durchdringt.

Eine alternative, hier bei Peckforton Light Railway (in Nenngröße G) angewandte, Methode wäre noch, den Schotter mit etwas Fliesenkleber zu mischen, zu drapieren und dann mit Wasser (plus einem Tropfen Spülmittel) zu beträufeln.

Wenn die Schotterung stabil ist gibt sie auch den Gleisen etwas zusätzlichen Halt.

nächster Teil: Ingenieurleistungen, Kunstbauten

[1Dabei handelt es sich offenbar um den Kunststoff, aus dem Autoreifen hauptsächlich bestehen: Styrol-Butadien-Kautschuk. Das dafür geeignete Bindemittel scheint in GB unter dieser Bezeichnung im Baustoffhandel erhältlich zu sein. In Österreich muss man eher nach „Gummiklebern“, „Montageklebern“ und eventuell noch „Zementzusätzen“ (jeweils für den Außenbereich) suchen: Da gibt es zahlreiche pastöse und wässrige Variationen mit unterschiedlichen Spezifikationen betreffend z.B. Temperaturbeständigkeit, Elastizität usw. Ich vermute, dass die hier wiedergegebenen Rezepte am ehesten auf die pastösen Montagekleber anwendbar sind, die zumeist in Spritzkartuschen verkauft werden.


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