Ausgestaltung
Gebäude, Ausstattung
Natürlich sind auch alle sonstigen Anlagen, Gebäude und Details den Elementen ausgesetzt und bei allem, was nicht flach am Boden festgenagelt ist, kommen auch Tiere aller Arten und Größen als Mitspieler in Betracht — was nach den örtlichen Verhältnissen sehr unterschiedlich sein dürfte. Hier eine kleine Aufstellung der Probleme und der Methoden, sich ihnen zu stellen:
Sonne
- UV-Strahlung: Diese bewirkt (auch ohne große Hitze) die Oxidation/Diffundierung von Kunststoffbestandteilen, vor allem Weichmachern, sodass die Kunststoffteile brüchig werden. Außerdem führt diese „Zersetzung“ zu Verfärbung. Dagegen hilft das Lackieren mit möglichst „lichtechten“ Farben.
- Hitze: Hitze bewirkt ebenfalls eine gewisse „Auflösung“ von Kunststoffen und Farben, dürfte aber eher längerfristig zu eher geringen Verfärbungen führen. Von nennenswerten Verformungsproblemen wird nicht berichtet.
Gegen diese Kunststoff-spezifischen Probleme dürften Resin-Modelle eher gefeit sein, wobei auch bei diesen möglichst „lichtechte“ Farben zweckmäßig sein werden und generell berichtet wird, dass Gebäude, Bahnsteige usw. alle paar Jahre einen neuen Anstrich brauchen können. Andererseits aber auch: Wie viel Hingabe und Kunstfertigkeit wird in Kellern und auf Dachböden auf’s „weathering“ verwendet — und draußen sollte dann alles aussehen als gäb’s kein Wetter? Ziemlich ideal müssten sich — das ist aber nur so eine Idee von mir — für die freie Wildbahn Gebäude aus echten Steinen eignen.
Noch mehr Naturgewalten
- Regen, Nässe: Dagegen wiederum sind Kunstoff- und Resingebäude geradezu ideal resistent. Wichtig wird aber sein, auch für den Zusammenbau und die Befestigung entsprechend wasserresistente Materialien (Kleber ...) zu verwenden. Bezüglich der Verwendung von Holz und Karton unten noch einige Anmerkungen.
- Kälte ist für sich genommen kein Problem, sondern nur in Verbindung mit Feuchtigkeit (Frostaufbrüche). Es wird daher darauf zu achten sein, Wasser überall, wo es eindringen kann, abfließen zu lassen (z.B. Drainage) und die Stellen trocknen zu lassen (zumindest zeitweilige Erreichbarkeit für Sonnenschein).
- Instabiler Untergrund: In der freien Natur kann es zu Hangrutschungen, Steinschlägen, Aushebelung durch Wurzeln, Dünenwanderung ... kommen. Dagegen helfen stabile Fundamente und geeignete Kunstbauten (Stützmauern, ev. Galerien usw.).
Verwendung von Karton und Holz?
Bei Holz dürfte das größte Problem im Kapillareffekt bestehen: also im Aufsaugen von Wasser wenn das Holzteil im Wasser bzw. auf oder in feuchtem Untergrund steht. Dagegen dürfte auch keine Oberflächenbehandlung dauerhaft helfen. Wenn bei Gebäudemodellen mit einem Fundament aus Kunststoff oder Resin Echtholz für z.B. Holzwände, Fachwerk, Tore etc. verwendet wird, kann dieses mit Lacken oder (wahrscheinlich besser) Lasuren behandelt werden, die auch sonst für Holz im Außenbereich verwendet werden. Eine gewisse natürliche Alterung kann ja — wie bei allen anderen Materialien auch — ganz reizvoll sein. Aus dem Gartenbahnbereich in größeren Maßstäben wird auch über andere Unwägbarkeiten berichtet, wie Ameisen (oder waren’s doch Termiten?), die das Holz anfressen. Naja, ... happens.
Bei Karton dürfte die Angelegenheit einerseits ähnlich (Kapillareffekt), andererseits doch schwieriger sein. Einerseits. Andererseits gibt dieser Hersteller von Kartonmodellen unter „Tips & Nützliches“ an:
Dünne Kartonteile stabilisieren bzw. wasserfest machen: Mit einer 1:1 Mischung aus Klarlack und Verdünnung können dünne Teile stabiler gemacht werden. Auch werden z.B. die Kabelschächte 01-54 wasserfest. Es kann sein dass sich die Teile verziehen. Auch kann sich die Farbe des Materials ändern.
Naja, das käme auf einen (diesfalls nicht ganz billigen) Versuch an.
Reinhard Peters empfiehlt hier ganz einfach:
Meine Lösung war weisse und/oder hellgraue Grundierung aus der Dose. Nur das Billigste aus dem Baumarkt ist billig genug! Die Farbe hält auf dem Karton ganz hervorragend und danach ist der Karton wasserfest. [...] Ich habe immer mit den billigsten Spray Dosen aus dem Baumarkt auf dem Balkon grundiert. Sie stehen meist im Regal bei den Autolacken.
Aber es gibt ja auch noch die wackeren Schiffsmodellbauer*innen, die ihre Schiffe aus Karton mit unterschiedlichen Methoden immerhin seetauglich gemacht haben. Da wird so einiges benutzt:
- Lacke: wasserlösliche ebenso wie lösemittellösliche. Das dürfte nach gründlichem Austrocknen egal sein. Wichtig hingegen wird sein, dass das Zeug dann wasserdicht ist.
- Firnis: Gibt’s im Künstlerbedarfshandel z.B. als „Lukas Sprühfilm“. Der muss, so sagt’s uns Axel Huppers hier, in mehreren (bei ihm: fünf) Durchgängen aufgetragen werden. Nach zehn Jahren, sagt er auch, wird die Angelegenheit trocken und brüchig.
- Imprägnierungen: Gibt’s für Papier und auch für Textilien und Papier.
Und dann gibt’s noch Schellack, ein natürliches Harz, das sich angeblich auch dafür eignet, Papier „wasserfest“ zu machen.
Flora
Das Thema „Garten & Bahn“ verdient ja eigentlich einen eigenen Beitrag. Was sage ich? - ein Buch! Die wackeren britischen Eisenbahngärtner*innen gehen da ja mit sehr viel Liebe, Gelassenheit und Humor zu Werke und es ist allein schon vergnüglich, ihre Erwägungen und die Berichte ihrer Experimente zu lesen.
Also: Vegetation. Grosso modo will man ja ein symbiotisches, harmonisches Verhältnis von Bahn und Pflanzungen erreichen. Dabei kömmt es darauf an, dass sie einander nicht in die Quere kommen (vor allem aber nicht die Vegetation der Bahn). Will man nicht ständig nur mit Wegräumen, Wegstutzen, Ausgraben und Reparieren beschäftigt sein hilft schon die Auswahl geeigneter Pflanzen für das engere Umfeld der Bahn:
- Da dürften sich bodendeckende Pflanzen bewähren — diese vor allem an Abhängen, wo sie (wie im Maßstab Einszueins auch) außerdem vor Muren und Steinschlag schützen. Schattige Bereiche können mit Moos bepflanzt werden — Sternmoos ist hierfür angeblich besonders geeignet.
- Vorteilhaft werden auch Pflanzen sein, deren Zweige nicht alle Nase lang in das Lichtraumprofil hineinwachsen,
- ferner Pflanzen, die keine großen, sich seitwärts entwickelnden Wurzeln bilden, die die Bahntrasse oder sonstige Strukturen aushebeln könnten.
- Gänzlich ausscheiden werden auch Pflanzen, die Früchte oder Samen auf die Gleise oder sonstigen Anlagen abwerfen, die entweder verheerende mechanische Wirkung entfalten und/oder klebrig und mühsam zu entfernen sind.
- An dieser Stelle wird empfohlen, in Bahnnähe Kräuter anzupflanzen, die auch einen Nutzen für die Küche versprechen: Thymian wird empfohlen, Schnittlauch, Oregano und Basilikum.
- Und dann gibt’s noch mehr/weniger maßstäbliche Bäume, im Bonsai-Format: z.B. den Jadebaum.
Chris hat hier offenbar aus eigener Erfahrung und Beiträgen im Gartenbahn Profi Magazin (GBP) eine Liste geeigneten Grünzeugs zusammengestellt:
- Fette Henne: pflegeleicht, muss man im Sommer nicht dauernd giessen
- Blaukissen: blüht im Frühling sehr schön, eigentlich auch pflegeleicht. Fressen aber die Nacktschnecken im Sommer zam.
- Hauswurz / Sukkulenten: pflegeleicht
- Bubikopf: Blätter erfrieren im Winter, hat jedes Jahr wieder neu ausgetrieben, macht einen Polster
niedrige Kräuter
siehe GBP 05/2014, GBP 03/2018
- Sand-Thymian (Thymus serpyllum)
- Zitronen-Thymian
- Heiligenkraut
Begrünung am Hang
GBP 05/2017
- Currykraut (Helichrysum italicum Nanum)
- Hufeisenklee (Hippocrepis comosa)
- Steppensalbei: meterlange Wurzeln zur Hangbefestigung
- Sedum — niedrige Fetthennen
- Phyla nodiflora: trocken und Nässe
- Cotoneaster
- Kriechwacholder
- Mauerpfeffer: nacktschneckenanfällig
Im Reich der Steine
GBP 3/2022. Viele Grünzeug Vorschläge:
- Enzian
- Alpen-Leimkraut
- Alpenbalsam
- Hauswurz
- Blaukissen
- Edelweiß
- Felsen-Steinkraut
- Fetthennen-Steinbrech
- Kaukasische Gänsekresse
- Igelpolster
- Immergrüne Schleifenblume
- Küchenschelle
- Kuhschelle
- Stängelloses Leimkraut
- Zwerggrasnelke
Der Trockenheit trotzen
GBP 5/2020. Vorstellung Sedum-Arten.
- Sedum acre (Scharfer Mauerpfeffer)
- Sedum album (Weißer Mauerpfepper)
- Sedum sieboldii (Oktober-Fettblatt)
- Sedum spurium (Teppich-Fettblatt)
- Sedum spathulifolium (Silberblatt Fettblatt)
- Sedum pulchellum (Seestern-Blume)
- Sedum (Sun Sparkler)
- Sedum makinoi
- Sedum refexum Angelina
Klein, aber oho
GBP 6/2019
Fauna
Die natürlichen Verhältnisse können natürlich auch besonders ungünstig sein wie bei Bigmet hier:
There are factors which may make it impossible though. Having very much enjoyed an outdoor OO operation in a previous location, I wanted to do it again in our current home. However, it turned out that the woodland wildlife didn’t stay the other side of the garden fence, and much of it wanted to rip up the track. Badgers, Corvids, Grey squirrels, Woodpeckers were all identified as having a go, and they didn’t get bored and move on; so I retreated indoors.
... oder bei faulcon1 hier:
[...] Australia is a land of parrots and they are natural chewers of everything. Cockatoos used to stand on the track work and attempt to pull the copper bonds off the sides of the rails. They never succeeded but did manage to rip the nickel-silver rails out of the plastic chairs.
Insekten
Sofern man seine Gebäude nicht absichtlich als Insektenhotels einrichten will (was ja aber auch ein witziger Zugang sein könnte) wird sich’s empfehlen, sie gut zu verschließen. Hohlräume aller Arten werden von Tieren aller Arten als dankenswerter Weise vorgefertigte Nester gerne angenommen — insbesondere Tunnel- und sonstige Röhren.
Chris empfiehlt gegen Ameisen: Thymian, Hirschhornsalz, Backpulver, Kreidestriche
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