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		<title>Der Nordbahnhof</title>
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		<dc:date>2024-08-24T17:44:23Z</dc:date>
		<dc:format>text/html</dc:format>
		<dc:language>de</dc:language>
		<dc:creator>Michael Suda</dc:creator>



		<description>&lt;p&gt;Der erste Nordbahnhof war in seiner Anfangsphase einer echter Kopfbahnhof. Anlass f&#252;r den Neubau bot die Errichtung der Verbindungsbahn zwischen Nordbahn und S&#252;dbahn, die auf Staatskosten erfolgte. F&#252;r diese muss bereits der Quertrakt demoliert worden sein, der Nordbahnhof wurde betrieblich zum Durchgangsbahnhof. Der alte Nordbahnhof wurde auch bei Wiederherstellung des Personenverkehrs 1959 in seiner Vorkriegsform nie wieder aufgebaut. An Stelle der pr&#228;chtigen Stationsanlagen stehen heute Eisenbahnerwohnblocks im typischen Blockstil der Sechzigerjahre und ein Verwaltungsgeb&#228;ude der &#214;BB. Die Nachfolge trat der Bahnhof Praterstern, heute Wien Nord genannt, an.&lt;/p&gt;

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&lt;a href="https://tchoutchou.contextxxi.org/-Wien-Nordbahnhof-alt-.html" rel="directory"&gt;Wien Nordbahnhof (alt)&lt;/a&gt;


		</description>


 <content:encoded>&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;h2 class=&#034;spip&#034;&gt;1. Der Nordbahnhof&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Er&#246;ffnet am 6. J&#228;nner 1838 zusammen mit dem Streckenabschnitt Wien Nordbahnhof - Floridsdorf und den Donaubr&#252;cken der Nordbahn. Erster Bahnhof in Wien, bis 1918 auch einer der wichtigsten, wenn nicht sogar der wichtigste. Keine Namens&#228;nderung im allgemeinen Sprachgebrauch bis 1959, allerdings wurde die Station - wie bei allen Privatbahnen in deren isolierter Sichtweise &#252;blich - vermutlich zun&#228;chst amtlich einfach als 'Wien', 'Station Wien' oder 'Stationsplatz Wien' bezeichnet, sp&#228;ter vielleicht auch als 'Wien (KFNB)'.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Lage: In der Vorstadt Leopoldstadt (heutiger 2. Gemeindebezirk) am Rande des Pratersterns entlang der heutigen Nordbahnstra&#223;e zwischen Stadtgutgasse und Am Tabor (Aufnahmsgeb&#228;ude).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Bauten: Das erste Aufnahmsgeb&#228;ude wurde nach Pl&#228;nen des Architekten A. J&#252;ngling im schlichten klassizistischen Stil errichtet und 1839 fertiggestellt. Es stand, wie bereits gesagt, entlang der heutigen Nordbahnstra&#223;e. Die Gleise befanden sich auf einer erh&#246;hten, beim Bahnbau angesch&#252;tteten Fl&#228;che und waren nicht mit einer Halle &#252;berspannt, wie das erst sp&#228;ter bei repr&#228;sentativen Kopfbahnh&#246;fen &#252;blich wurde. Das Geb&#228;ude hatte einen L-f&#246;rmigen Grundriss, wobei die kurze Seite dem heutigen Praterstern zugewandt war. Sie schloss die Gleise ab, da ein Weiterbau Richtung S&#252;den (Verbindungsbahn) beim Bau der Anlage anscheinend noch nicht absehbar war. Dieser erste Nordbahnhof war in seiner Anfangsphase demnach einer echter Kopfbahnhof. Im langen Trakt waren Kassen, Warter&#228;ume und Verwaltungsb&#252;ros untergebracht, eine Aufgangstreppe f&#252;hrte von dort in den eigentlichen 'Bahnhof' mit vier Gleisen. Die Abgangstreppe f&#252;hrte wiederum durch den kurzen Quertrakt in einen Vorhof, von dem aus man durch einen Torbogen wieder auf die Stra&#223;e gelangte. Im Quertrakt befand sich auch eine Halle f&#252;r ein Gleis, das von den Bahnhofsgleisen &#252;ber Drehscheiben erreichbar war. Leider ist mir aber nicht bekannt, ob diese Halle als Wagenremise, Werkst&#228;tte oder zu G&#252;terverladung diente, die Signatur 'M' (Magazin?) auf dem mir zur Verf&#252;gung stehenden Grundriss deutet auf letzteres. Durch die rasante Entwicklung der KFNB und ihren gro&#223;en wirtschaftlichen Erfolg wurde der erste Nordbahnhof bald zu eng und d&#252;rfte dem Verwaltungsrat und den Aktion&#228;ren der Bahn auch als deutlich zu wenig repr&#228;sentativ erschienen sein. 'Nicht kleckern, sondern klotzen!' hie&#223; in der Gr&#252;nderzeit die Devise, um das einmal mit einer dem deutschen Sprachgebrauch entlehnten Formel zu beschreiben. Leider wurde dieses Prinzip zu oft nur auf repr&#228;sentative Bauwerke und Fassaden angewandt, w&#228;hrend die technische Dimensionierung so mancher Anlage bescheiden blieb.&lt;/p&gt;
&lt;div class='spip_document_299 spip_document spip_documents spip_document_image spip_documents_center spip_document_center spip_document_avec_legende' data-legende-len=&#034;18&#034; data-legende-lenx=&#034;&#034;
&gt;
&lt;figure class=&#034;spip_doc_inner&#034;&gt; &lt;img src='https://tchoutchou.contextxxi.org/local/cache-vignettes/L500xH306/nordbahnhof-1875-7877e9a2-4dabe.jpg?1792794556' width='500' height='306' alt='' /&gt;
&lt;figcaption class='spip_doc_legende'&gt; &lt;div class='spip_doc_titre '&gt;&lt;strong&gt;Nordbahnhof 1875
&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt; &lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt; &lt;p&gt;Anlass f&#252;r den Neubau bot die Errichtung der Verbindungsbahn zwischen Nordbahn und S&#252;dbahn, die auf Staatskosten erfolgte. F&#252;r diese muss bereits der Quertrakt demoliert worden sein, der Nordbahnhof wurde betrieblich zum Durchgangsbahnhof. Der Neubau des Aufnahmsgeb&#228;udes begann im Jahr der Er&#246;ffnung der Verbindungsbahn 1859 und wurde 1865 vollendet, Architekt dieses legend&#228;ren zweiten Nordbahnhofs war Th. Hoffmann. Das Grundprinzip von 1838 wurde beibehalten, auch die Zugangswege gestalteten sich ganz &#228;hnlich. An die Stelle des schlichten Klassizismus trat allerdings ein romantischer Historismus mit romanischen, byzantinischen, gotischen und maurisch-arabischen&lt;/p&gt;
&lt;div class='spip_document_300 spip_document spip_documents spip_document_image spip_documents_center spip_document_center spip_document_avec_legende' data-legende-len=&#034;7&#034; data-legende-lenx=&#034;&#034;
&gt;
&lt;figure class=&#034;spip_doc_inner&#034;&gt; &lt;img src='https://tchoutchou.contextxxi.org/local/cache-vignettes/L500xH306/nordbahnhof-hall-d0eee102-020e3.jpg?1792794556' width='500' height='306' alt='' /&gt;
&lt;figcaption class='spip_doc_legende'&gt; &lt;div class='spip_doc_titre '&gt;&lt;strong&gt;Halle
&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt; &lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt; &lt;p&gt;Stilelementen. Sehr interessant ist die Gestaltung der Bauten auf ihre optische Wirkung hin. Aus dem Blickwinkel vom Praterstern her hatte man den Eindruck eines vollkommen symmetrischen, rechteckigen Bauk&#246;rpers mit vier turmartigen Eckbauten, einer Mittelhalle (mit Haupteingang und Vestib&#252;l) entlang der Nordbahnstra&#223;e und einer zwischen die vier Turmbauten eingespannten Gleishalle mit eisernem Zeltdach. Der vierte, nordwestliche Turmbau, der aus der vorhin geschilderten Perspektive verdeckt gewesen w&#228;re, existierte allerdings gar nicht, sodass das Bauwerk von der Seite des Frachtenbahnhofs her betrachtet unsymmetrisch ausgesehen haben muss.&lt;/p&gt;
&lt;div class='spip_document_301 spip_document spip_documents spip_document_image spip_documents_center spip_document_center spip_document_avec_legende' data-legende-len=&#034;18&#034; data-legende-lenx=&#034;&#034;
&gt;
&lt;figure class=&#034;spip_doc_inner&#034;&gt; &lt;img src='https://tchoutchou.contextxxi.org/local/cache-vignettes/L500xH279/nordbahnhof-1908-feafc732-61d8d.jpg?1792794556' width='500' height='279' alt='' /&gt;
&lt;figcaption class='spip_doc_legende'&gt; &lt;div class='spip_doc_titre '&gt;&lt;strong&gt;Nordbahnhof 1908
&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt; &lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt; &lt;p&gt;Auch die stadtseitige Hallenfassade war mit St&#252;tzs&#228;ulen (die allerdings die Gleislage unflexibel machten) und aufgeblendetem Mauerwerk architektonisch gestaltet, w&#228;hrend die Ausfahrt Richtung Norden die 'nackte', blo&#223; verglaste Eisenkonstruktion ohne St&#252;tzen sehen lie&#223;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Halle bot f&#252;nf Gleisen Platz, an die Bauten schlo&#223; jeweils ein breiter Bahnsteig mit schr&#228;ger Glas&#252;berdachung an, dann folgten eiserne S&#228;ulen, die die eigentlich Dachkonstruktion trugen. Deren Spannweite betrug bescheidene 22 Meter, was bedeutete, dass man aus Platzgr&#252;nden ohne Bahnsteiginseln auskommen musste. Der Zugang erfolgte wie gehabt von der Nordbahnstra&#223;e durch das Vestib&#252;l (Kassenhalle) und &#252;ber zwei pr&#228;chtig dekorierte Treppenh&#228;user zum s&#252;dlichen Seitenbahnsteig. Ankommende Reisende verlie&#223;en das Geb&#228;ude &#252;ber eine Treppe, die vom n&#246;rdlichen Seitenbahnsteig l&#228;ngs der Gleise in den Ankunftshof f&#252;hrte, der teilweise unter den Br&#252;cken der Verbindungsbahn lag.&lt;/p&gt;
&lt;div class='spip_document_302 spip_document spip_documents spip_document_image spip_documents_center spip_document_center spip_document_avec_legende' data-legende-len=&#034;23&#034; data-legende-lenx=&#034;&#034;
&gt;
&lt;figure class=&#034;spip_doc_inner&#034;&gt; &lt;a href='https://tchoutchou.contextxxi.org/IMG/jpg/nordbahnhof-glei-d5afbc58.jpg' class=&#034;spip_doc_lien mediabox&#034; type=&#034;image/jpeg&#034;&gt; &lt;img src='https://tchoutchou.contextxxi.org/local/cache-vignettes/L500xH367/nordbahnhof-glei-d5afbc58-f0d60.jpg?1792794556' width='500' height='367' alt='' /&gt;&lt;/a&gt;
&lt;figcaption class='spip_doc_legende'&gt; &lt;div class='spip_doc_titre '&gt;&lt;strong&gt;Nordbahnhof Gleisplan
&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt; &lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt; &lt;p&gt;Die Verbindungsbahn teilte sich seit ihrer Er&#246;ffnung an einer Abzweigung auf den Viadukten &#252;ber den Praterstern, die Gleise f&#252;r den Personenverkehr f&#252;hrten direkt in die Halle, die G&#252;terzuggleise umfuhren den Personenbahnhof an der Nordostseite und m&#252;ndeten in den Frachtenbahnhof, der mit seinen zahlreichen Ladestra&#223;en, Kohlenrutschen - Kohle aus den m&#228;hrisch-schlesischen Revieren war ein haupts&#228;chliches Frachtgut der Nordbahn - und Magazinen die gr&#246;&#223;te derartige Anlage in Wien war.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Nordbahnhof behielt seine wichtige Stellung bis zum Ende der Donaumonarchie. Um 1860 war er zeitweilig universeller Ausgangspunkt f&#252;r s&#228;mtliche n&#246;rdlichen und &#246;stlichen Reisedestinationen von Stockerau &#252;ber Br&#252;nn, Prag, Berlin, Krakau, bis hin zu Pressburg und Budapest. Auch sp&#228;ter, als sich einige der genannten Verbindungen auf andere Bahnh&#246;fe verlagert hatten, lie&#223; die Bedeutung der m&#228;hrischen und gallizischen Wirtschaft sowie der Verbindung nach Polen und Russland, trotz Verstaatlichung der KFNB im Jahre 1906, die Position des Nordbahnhofs ungeschm&#228;lert, der Ausbau der Verbindungsbahn zur Stadtbahnlinie brachte ihm sogar eine bessere Integration in den Nah- und Regionalverkehr. Erst nach 1918 sank die Bedeutung der Nordbahn im Fernverkehr rapide, daf&#252;r wurde der Personenverkehr der Nordwestbahn 1924 erstmalig zum Nordbahnhof verlagert. Die Reichsbahn begann bereits w&#228;hrend des zweiten Weltkriegs, die &#252;ber die Nordbahn nach Wien gelangenden Reisez&#252;ge zum Ostbahnhof zu verlagern. 1944/45 trafen Fliegerbomben die Halle und brachten die Dachkonstruktion zum Einsturz, sie wurde mit dem n&#246;rdlichen Trakt des Personenbahnhofs abgetragen, nur die devastierte und teilweise ausgebrannte Ruine des Abfahrtstrakts blieb als traurige 'Ritterburg' noch bis 1964 stehen. Beim Abzug der deutschen Truppen aus Wien hatten Wehrmacht und Waffen-SS Mitte April 1945 ganze Arbeit geleistet und aus der Nordbahnbr&#252;cke &#252;ber die Donau durch Sprengung einen Haufen verbogener Eisentr&#252;mmer gemacht. Eine Reparatur war oder schien zumindest unm&#246;glich, unwirtschaftlich und nicht vordringlich. F&#252;r die wenigen regionalen Personenz&#252;ge der Nordbahn war daher in Floridsdorf Endstation, f&#252;r die Nordwestbahn wurde deren weniger zerst&#246;rte Donaubr&#252;cke repariert, der restliche (Fern-)Verkehr konnte nach Reparatur der Ostbahnbr&#252;cke 1947 &#252;ber diese geleitet werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der alte Nordbahnhof selbst wurde auch bei Wiederherstellung des Personenverkehrs 1959 in seiner Vorkriegsform nie wieder aufgebaut. An Stelle der pr&#228;chtigen Stationsanlagen stehen heute Eisenbahnerwohnblocks im typischen Blockstil der Sechzigerjahre und ein Verwaltungsgeb&#228;ude der &#214;BB. Die Nachfolge trat der Bahnhof Praterstern, heute Wien Nord genannt, an.&lt;/p&gt;
&lt;h2 class=&#034;spip&#034;&gt;2. Stadtbahnstation Praterstern&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Anl&#228;sslich des Stadtbahnbaus wurde 1898 auch der Abschnitt Hauptzollamt (heute Wien Mitte) - Wien Nordbahnhof in den Stadtbahnverkehr einbezogen und f&#252;r den Verkehr Wien Nordbahnhof - Hauptzollamt - Wientallinie der Stadtbahn vorbereitet. Neben dem Neubau des Bahnhofs Hauptzollamt, der zwecks Anschluss an die unterirdisch gef&#252;hrte Wientallinie der Stadtbahn von Hochlage +1 in Tieflage -1 r&#252;ckte, wurden die Viadukte saniert und verst&#228;rkt, die Donaukanalbr&#252;cke mit gr&#246;&#223;erer Tragf&#228;higkeit neu gebaut (Untergurtbogen statt Ketten-H&#228;ngebr&#252;cke), die Sicherungsanlagen erneuert und zwei Personenhaltestellen, Radetzkyplatz und Praterstern, errichtet bzw. ausgebaut (Am Praterstern wurde schon anl&#228;sslich von Ausstellungen im nahen ehemaligen Weltausstellungsgel&#228;nde (Expo 1873) um die Rotunde (heute Messegel&#228;nde) nach 1880 eine Station auf den Viaduktb&#246;gen errichtet).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Station Praterstern war f&#252;r die Stadtbahnlinien ein Unikum: sie war die einzige Hochbahnstation mit Mittelbahnsteig. Sie lag in der der Rundung des Praterstern angepassten Viadukttrasse der Verbindungsbahn etwa zwischen Ausstellungsstra&#223;e und Hauptallee. Nach dem Ende des Stadtbahnverkehrs diente sie noch den &#252;ber die Verbindungsbahn verkehrenden Personenz&#252;gen (ca. 20 Zugpaare an Werktagen), die teilweise auch von der Nordbahn auf die S&#252;dbahn durchliefen, als Haltestelle, so gab es etwa ein Personenzugpaar Marchegg - G&#228;nserndorf - Wien Nordbf - Meidling - Bad V&#246;slau. Die Haltestelle Praterstern teilte nach 1945 das Schicksal des Nordbahnhofs: vom Personenverkehr zun&#228;chst beidseitig abgeschnitten, wurden ihre Reste Mitte der F&#252;nfzigerjahre abgetragen, um dem Neubau des Bahnhofs Praterstern Platz zu machen.&lt;/p&gt;
&lt;h2 class=&#034;spip&#034;&gt;3. Bahnhof Praterstern/Wien Nord&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Nach 1945 war das Areal des Nordbahnhofs eine h&#228;ssliche Tr&#252;mmerw&#252;ste. Nur der Frachtenbahnhof und die Heizh&#228;user und Betriebswerkst&#228;tten der Nordbahn blieben in Betrieb. Eine Verbindung wurde &#252;ber ein vom Nordwestbahnhof kurzfristig quer &#252;ber die Kreuzung Taborstra&#223;e/Nordbahnstra&#223;e verlegtes Schleifengleis hergestellt, weiters gab es ja auch noch das Verbindungsgleis Wien Nordbf Frachtenbahnhof - Wien Donauuferbahnhof. Auch die Verbindungsbahn Richtung S&#252;den wurde durch Wiederaufbau der Donaukanalbr&#252;cke schon fr&#252;her wiederhergestellt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1954 setzte der sozialistische Bundesminister f&#252;r Verkehr und verstaatlichte Unternehmen, Karl Waldbrunner, durch die Kontrolle &#252;ber die nahezu gesamte (verstaatlichte) Grundstoff- und Schwerindustrie ('K&#246;nigreich Waldbrunner') auch de facto &#214;sterreichs m&#228;chtigster Wirtschaftsboss, die Planungen f&#252;r die Wiener Schnellbahn in Gang, ein sehr sinnvolles und ambitioniertes Projekt, das der Minister in den Folgejahren fast im Alleingang und sogar gegen die Skepsis seiner Parteifreunde im Wiener Rathaus 'durchzog'. Kernpunkt der Planungen war der Ausbau der zerst&#246;rten Nordbahn zwischen Floridsdorf und Nordbahnhof sowie der Verbindungsbahn zwischen Nordbahnhof und Meidling zur Schnellbahnstammstrecke f&#252;r den Nahverkehr mit Elektro-Triebwagenz&#252;gen. Dies umfasste - neben Trassensanierung, Elektrifizierung und Erneuerung der Sicherungsanlagen - den Neubau eines Bahnhofs im Bereich Praterstern/Nordbf., den Neubau der Bahnh&#246;fe Hauptzollamt und Floridsdorf, mehrere Zwischenhaltestellen, sowie eine unterirdische Tunneltrasse zur Erschlie&#223;ung des neuen S&#252;dbahnhofs.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Generalprojekt f&#252;r die Wiener Schnellbahn vom Juli 1955 sah den Neubau eines Bahnhofs am Praterstern als Hochbahnhof quer &#252;ber dem nahezu kreisrunden Platz vor, um die Umsteigwege zu den &#252;ber den Praterstern laufenden Stra&#223;enbahnlinien zu verk&#252;rzen. Dieser Bahnhof wurde im Zusammenhang mit dem endlich in Angriff genommenen Wiederaufbau der Nordbahn zwischen Floridsdorf und dem ehemaligen Nordbahnhof unmittelbar nach Projektgenehmigung begonnen und am 31. Mai 1959 zugleich mit der wiederaufgebauten Nordbahnbr&#252;cke er&#246;ffnet. Vorerst diente er nur als Endstation der mit Dampfloks bespannten Personenz&#252;ge der Nord- und Nordwestbahn. Am 17. J&#228;nner 1962 wurde der elektrische Betrieb zwischen G&#228;nserndorf bzw. Stockerau und Meidling &#252;ber Praterstern und Landstra&#223;e (fr&#252;her: Hauptzollamt) aufgenommen, gleichzeitig begann der Schnellbahnverkehr zwischen Floridsdorf und Meidling im 15-Minuten-Takt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Name: Er&#246;ffnet als Praterstern, mit 1. Juni 1976 teilweise R&#252;ckumbenennung in Wien Nord.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Lage: Hochbahnhof quer &#252;ber den Praterstern, von der L&#228;ngenausdehnung her nimmt der Bahnhof ziemlich genau die Distanz zwischen den fr&#252;heren Stationen Wien Nordbahnhof und Praterstern ein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Bauten: F&#252;r den Stra&#223;enkreisverkehr bestehen zwei breite Unterf&#252;hrungen unter der Bahntrasse, eine westliche und eine &#246;stliche, zwischen beiden liegt in Platzmitte eine Unterf&#252;hrung f&#252;r die Stra&#223;enbahnlinien aus der Praterstra&#223;e in Richtung Lasallestra&#223;e und Ausstellungsstra&#223;e (A,Ak, B,Bk, heute nur mehr 21). Daneben gab es anf&#228;nglich - wir befinden uns in der Epoche der auto- und technikfixierten und f&#252;r alles andere ignoranten Stadtplanung - weitab vom Bahnhof und von den Haltestellen der Stra&#223;enbahnen auf der erw&#228;hnten Achse zus&#228;tzliche Umkehrschleifen f&#252;r die Linien E2 und 5, die im Umsteigverkehr nur nach langen Fu&#223;wegen erreicht werden konnten. Zwischen westlicher Stra&#223;enunterf&#252;hrung und Stra&#223;enbahnunterf&#252;hrung liegen die Anlagen f&#252;r den Personenverkehr. Die Kassenhalle erstreckt sich &#252;ber die gesamte Breite der Hochbahnanlage (Eing&#228;nge beidseitig), sie umfasst Kassen, Gep&#228;ckabfertigung, Postamt, eine Gastwirtschaft (heute Billa-Supermarkt) und diverse kleine L&#228;den. Zwei Stiegenanlagen mit Rolltreppen f&#252;hren zum s&#252;dlichen Schnellbahnbahnsteig und zum n&#246;rdlichen Fernbahnsteig. Die Bahnsteige sind mit Bahnsteigd&#228;chern &#252;berspannt, deren typische, blau gestrichene Stahlst&#252;tzen und Lamellend&#228;cher das einzige stilbildende Element der Schnellbahn darstellen, die sonst ganz im Stil der schn&#246;rkellosen, kantigen Moderne gehalten ist. Der Fernbahnsteig ist breiter. An seinen Au&#223;enkanten liegen zwei durchgehende Gleise, daneben gibt es noch zwei von und nach Norden befahrbare Stumpfgleise, also insgesamt vier durchgehende Gleise f&#252;r den Personenverkehr und zwei Stumpfgleise. Auf dem Fernbahnsteig liegt auch die Fahrdienstleitung (Au&#223;endienst, die Zentrale befindet sich auf dem Turm des Zentralstellwerks).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Eine Kuriosit&#228;t, &#252;ber die sich sicher schon mancher gewundert hat, ist der n&#246;rdlichste Mittelbahnsteig. Er ist nur &#252;ber einen (Lasten-)Aufzug zug&#228;nglich, an ihm liegen ein weiteres Stumpfgleis und ein durchgehendes Gleis, das, wie die Streckenf&#252;hrung vor 1945, in den Frachtenbahnhof m&#252;ndet. Er war f&#252;r die Post- und Expressgutverladung vorgesehen, wurde aber nie richtig genutzt und ist heute praktisch funktionslos. Seit 1981 liegt unter der westlichen Stra&#223;enunterf&#252;hrung des Pratersterns die Station Praterstern der U1, eine der Stiegenanlagen liegt vor dem s&#252;dlichen Eingang zum Bahnhof, sonst wurde f&#252;r die U-Bahn an den Bahnanlagen nichts ver&#228;ndert. Die Stra&#223;enbahnhaltestellen und -schleifen wurden allerdings gl&#252;cklicherweise, nach einigen Umbauten zwischendurch und baustellenbedingten Provisorien, stadtseitig vor der Kassenhalle (Linie 5) und in der Mittelunterf&#252;hrung (Linien O und 21) konzentriert.&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		
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